Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Dr. Kern,
Der Stadtrat möge beschließen:
1. Die Stadtverwaltung wird beauftragt, die Finanzierung für gedruckte Publikationen
und Werbemittel des Stadttheaters Ingolstadt mit sofortiger Wirkung einzustellen
bzw. auf ein absolut notwendiges Minimum (z.B. rechtlich erforderliche Aushänge) zu
reduzieren.
2. Das Stadttheater wird angewiesen, Informationsangebote und
Marketingmaßnahmen primär auf digitale Kanäle umzustellen.
3. Die dadurch freiwerdenden Mittel in Höhe von jährlich ca. 400.000 Euro werden
zweckgebunden für dringende Infrastrukturprojekte, vorrangig für die Sanierung von
Schulen, in den Haushalt eingestellt.
Begründung:
Eine aktuelle Anfrage der AfD-Stadtratsfraktion hat ergeben, dass die Stadt
Ingolstadt jährlich rund 400.000 Euro für Drucksachen des Stadttheaters ausgibt. Im
Zeitalter der Digitalisierung ist eine so hohe Summe für Druckpublikationen absolut
unverhältnismäßig und nicht mehr zeitgemäß.
Während die Stadtverwaltung immer wieder über Sparmaßnahmen diskutiert, die das
Gemeinwohl und die Lebensqualität der Bürger direkt betreffen – wie die mögliche
Schließung des Wildparks oder den Verzicht auf Weihnachtsbeleuchtung –, werden
an anderer Stelle völlig unhinterfragt sechsstellige Beträge für Prestigeprojekte im
Kulturbereich ausgegeben.Es ist der Bürgerschaft nicht vermittelbar, warum bei der Grundversorgung und
kulturellen Tradition gespart werden soll, während für das Stadttheater weiterhin
exorbitante Summen in gedruckte Werbemittel fließen. Eine konsequente
Priorisierung ist zwingend erforderlich. Die durch die Ingolstädter Haushaltslage
notwendig gewordenen Einsparungen sind nicht zuallererst auf die Allgemeinheit
abzuwälzen. Einsparungen sind stattdessen verantwortungsbewusst und möglichst
schonend für die Gesamtbevölkerung zu gestalten. Der Verzicht auf kostenintensive
Hochglanz-Publikationen und andere Druckerzeugnisse des Stadttheaters gefährdet
den Kulturbetrieb nicht, da moderne digitale Informationswege zielgruppengerechter
und kosteneffizienter sind. Die dadurch erzielten Einsparungen leisten einen
wesentlichen Beitrag zur Finanzierung der dringend sanierungsbedürftigen Schulen
und sichern so die Zukunftsfähigkeit unserer Stadt.
Mit freundlichen Grüßen
MdL und Stadtrat Oskar Lipp Günter Schülter, Stadtrat
Fraktionsvorsitzender Fraktionsvorsitzender
MdB Lukas Rehm Ulrich Bannert
Stadtrat Stadtrat